Cytomegalie: Wichtiger Check für Schwangere

Cytomegalie-Virus – was ist das?

Das Cytomegalie-Virus (CMV; griech.: megalo = groß) erhielt seinen Namen aufgrund der Riesenzellen, die mitunter als Entzündungszeichen gefunden werden können. Das Virus gehört zur Familie der Herpesviren. Die CMV-lnfektion ist die in Deutschland am häufigsten gemeldete, angeborene Virusinfektion.

Cytomegalie: Wichtiger Check für Schwangere

Wie infiziert man sich?

Das Cytomegalie-Virus tritt über Schmier-und Tröpfcheninfektion in den Körper ein. Der Erreger findet sich z. B. im Speichel, Urin, Blut, Samenflüssigkeit oder Gebärmutterhalsschleim. Die Übertragung erfolgt bei Frauen überwiegend durch Sexualkontakt und durch den Kontakt mit CMV-ausscheidenden Säuglingen (Speichel, Urin). In der Schwangerschaft infizierte Kinder scheiden das Virus über Jahre aus und stellen damit eine nicht zu unterschätzende Infektionsquelle dar.

Die Infektion des ungeborenen Kindes ist nur über den Mutterkuchen möglich, Säuglinge können sich über die Muttermilch infizieren.

Wie macht sich die Infektion bemerkbar?

Bei Menschen mit normalem Immunsystem verläuft die CMV-lnfektion häufig unbemerkt oder lediglich mit leichten, grippeähnlichen Symptomen. Eine Behandlung erübrigt sich meistens.

Was ist das besondere Problem der lnfektion in der Schwangerschaft?

Etwa 50 % aller Frauen im gebärfähigen Alter in Europa sind CMV-Antikörper positiv, d.h., sie haben irgendwann eine Cytomegalie-Infektion durchgemacht. Dies bedeutet aber auch, dass 40-50 % der Frauen für eine Erstinfektion empfänglich sind. Das Risiko für schwere kindliche Schädigungen ist in den ersten 20 Wochen höher als in der Spätschwangerschaft.

Klinisch macht sich eine CMV-Infektion beim Neugeborenen durch eine schwere Allgemeininfektion mit Beteiligung des Zentralnervensystems, der Leber und der Lunge bemerkbar. Die häufigste Spätfolge sind Hörschäden. Es bestehen heute viele Hinweise dafür, dass eine geistige Behinderung beim Kind die Folge einer Cytomegalie-Infektion während der Schwangerschaft sein kann. Die Untersuchung kann deshalb für spätere Nachforschungen hilfreich sein.

Es wird geraten, CMV-Antikörper bereits vor Eintritt einer Schwangerschaft bzw. ab der Frühschwangerschaft überprüfen zu lassen. Sind keine Antikörper im Blut zu finden, sollte der Test innerhalb der Schwangerschaft alle 6-8 Wochen wiederholt werden.

Kann eine Cytomegalie-Infektion behandelt werden?

Eine Impfung gegen das Cytomegalie-Virus gibt es nicht. Eine neue Behandlungsmethode könnte die Gabe von Hyperimmunglobulinen sein. Ob diese Schäden des Feten reduzieren kann, wird noch durch Studien geprüft.

Eine Therapie während der Schwangerschaft ist nicht möglich. Nach der Geburt kann eine Therapie des Neugeborenen ein geschädigtes Hörvermögen erhalten oder verbessern.

KOSTENÜBERNAHME

Da die Mutterschaftsrichtlinien derzeit noch kein Screening auf CMV vorsehen, müssen die Kosten für den Test selbst getragen werden.

Bitte scheuen Sie sich nicht, offene Fragen mit Ihrem Gynäkologen zu besprechen.

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