27. Feb 2026

Aktuelle Zahlen zum Weltkrebstag 2026

Anlässlich des Weltkrebstages informiert das Zentrum für Krebsregisterdaten (ZfKD) des Robert Koch-Instituts über aktuelle Ergebnisse und Entwicklungen der Krebsinzidenz und -mortalität in Deutschland.

Die Informationen des Zentrum für Krebsregisterdaten beinhalten Daten bis einschließlich 2023 und stellen Trends für die letzten 25 Jahre zur Inzidenz und Mortalität verschiedener Krebserkrankungen dar. 2023 wurden in Deutschland 517.800 Krebserkrankungen diagnostiziert. Dabei betraf rund die Hälfte aller Fälle vier Lokalisationen: Prostata (79.600), Brustdrüse (75.900), Lunge (58.300) sowie Dick- und Enddarm (55.300). Wenn der Anstieg durch die Zunahme älterer Personen in der Bevölkerung herausgerechnet wird, ist die Neuerkrankungsrate bei Männern und Frauen weiterhin leicht rückläufig und beträgt im Jahr 2023 bei Männern 418 und bei Frauen 347 pro 100.000 Personen. Dennoch erkrankt im Laufe des Lebens fast jeder zweite Mann (49 %) und mehr als zwei von fünf Frauen (43 %) an Krebs. Die Krebssterberaten sind altersstandardisiert in den letzten 25 Jahren bei Männern um 31 % und bei Frauen um 21 % gesunken. Die vier Diagnosen, die die meisten krebsbedingten Sterbefälle umfassten, waren die bösartigen Tumore der Lunge (45.000), des Dick- und Enddarms (22.700), der Bauchspeicheldrüse (19.400) und der Brustdrüse (18.700).

Für ausgewählte Krebsarten werden detaillierte Ergebnisse dargestellt.

Malignes Melanom

Die altersstandardisierten Inzidenzraten für das maligne Melanom sind in Deutschland steigend. So stieg die Rate zwischen 1999 und 2023 von 19,3 auf 32,2 pro 100.000 Personen bei Männern und von 18,8 auf 29,5 bei Frauen. Im Jahr 2008 wurde für Erwachsene ab 35 Jahren ein bundesweites Hautkrebsscreening eingeführt, welches rasch zu einem starken Anstieg der Inzidenzraten führte. Es sind aber altersspezifische Unterschiede in den Trends erkennbar: So steigen die Inzidenzraten bei Personen über 50 Jahren, wohingegen sie in den jüngeren Altersgruppen, insbesondere bei den jungen Erwachsenen unter 35 Jahren, sinken.

Zervixkarzinom

Beim Zervixkarzinom ist insgesamt ein leicht rückläufiger Trend der altersstandardisierten Neuerkrankungsraten zu verzeichnen. Im Jahr 2007 gab die STIKO erstmals eine Impfempfehlung für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren gegen das Humane Papillomvirus (HPV) aus. Später wurde die Empfehlung auf Jungen zwischen 9 und 14 Jahren ausgeweitet und das empfohlene Impfalter für Mädchen ebenfalls auf 9 bis 14 Jahre herabgesetzt. Hierdurch sind erste schützende Effekte der Impfung durch einen Rückgang der Inzidenzraten bei jüngeren Frauen bereits sichtbar. Bei den 20- bis 34-jährigen ist die Rate von 7,8 pro 100.000 Frauen im Jahr 2015 kontinuierlich auf 4,3 im Jahr 2023 gesunken.

Lungenkrebs

Bei Frauen im Alter von 40 bis 59 Jahren ist seit etwa 2014 ein Rückgang der altersstandardisierten Neuerkrankungsraten zu verzeichnen. Dagegen nehmen die Raten bei Frauen in höheren Altersgruppen, und damit auch insgesamt, derzeit noch zu. Bei den Männern sinken hingegen die Raten in allen Altersgruppen.

Brustkrebs

Für Brustkrebs zeigt sich in den jüngeren Altersgruppen ein kontinuierlicher leichter Anstieg der altersstandardisierten Inzidenzraten. Diese lagen bei den 30- bis 49-Jährigen im Jahr 1999 bei 85,9 pro 100.000 Personen, im Jahr 2023 lag sie bei 107,8. Im Jahr 2009 wurde das Mammographie-Screening flächendeckend eingeführt. In der Altersgruppe 50 bis 69 Jahre zeigt sich nach einem anfänglichen Anstieg der Inzidenzraten infolge der Einführung des Screenings ein Rückgang der Raten auf ein leicht erhöhtes Niveau wie vor der Einführung.


Quelle:

Müller-Eberstein R, Kraywinkel K: Zum Weltkrebstag 2026 – Aktuelle Zahlen zu „Krebs in Deutschland“
Epid Bull 2026;5:4-9 | DOI 10.25646/13686

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