Schutzimpfungen während der COVID-19-Pandemie

31. Jul 2020

Aktuell steht die Bekämpfung der COVID-19-Pandemie im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit. Gerade während einer Pandemie kommt allgemeingültigen Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit große Bedeutung zu.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat im Epidemiologischen Bulletin eine Stellungnahme zur Durchführung von empfohlenen Schutzimpfungen während der COVID-19-Pandemie veröffentlicht.

Gerade während einer Pandemie kommt allgemeingültigen Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit große Bedeutung zu. Hierzuzählen vor allem die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen. Bei der Durchführung von Impfungen während der aktuellen Pandemie sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Mögliche Interaktionen von Impfungen und COVID-19

  • Es gibt keine Hinweise darauf, dass die Auseinandersetzung des Immunsystems mit SARS-CoV-2 durch eine in zeitlicher Nähe verabreichte Impfung negativ beeinflusst wird.
  • Anstehende Routineimpfungen entsprechend den STIKO-Empfehlungen sollen grundsätzlich nur bei akuten, schweren Erkrankungen verschoben werden.
  • Impfungen bei COVID-19-Patienten sollen erst nach vollständiger Genesung und frühestens 4 Wochen nach dem letzten positiven PCR-Befund erfolgen.
  • Impfungen von Kontaktpersonen können bei Symptomfreiheit 14 Tage nach dem letzten potenziell infektiösen Kontakt erfolgen.
  • Sollte bei einer Kontaktperson eine SARS-CoV-2-Infektion nachgewiesen worden sein und diese asymptomatisch verlaufen, sollten Impfungen frühestens
    4 Wochen nach dem positiven PCR-Befund erfolgen.

Priorisierung von Impfungen

  • Grundsätzlich können und sollten alle von der STIKO empfohlenen Impfungen altersentsprechend durchgeführt werden. Besonders die Grundimmunisierung
    mit allen STIKO-empfohlenen Impfungen im ersten und zweiten Lebensjahr
    sollte unbedingt zeitgerecht begonnen werden (ab 8 Wochen) und möglichst rechtzeitig (mit 15 Monaten) beendet werden. Da die Kontaktreduzierung zu den wichtigsten Maßnahmen der Bekämpfung der COVID-19-Pandemie gehört, kann es sinnvoll sein, Auffrischimpfungen, die mit einem breiten Zeitfenster empfohlen sind, erst bei einem geringerem Pandemiegeschehen durchzuführen.
  • Bei Personen im Alter ab 60 Jahren muss an die altersbedingten Impfempfehlungen zum Schutz vor Pneumokokken, Herpes zoster und die jährliche Influenza-Impfung gedacht werden.
  • Besonders wichtig ist der Impfschutz bei Immunsupprimierten oder Personen mit anderen gesundheitlichen Risikofaktoren.

Organisation der Praxisabläufe

  • Es sollten Praxisabläufe gewährleistet sein, durch die die Möglichkeit einer Ansteckung mit SARSCoV-2 während des Impftermins soweit wie überhaupt möglich ausgeschlossen wird.
  • Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das Infektionsrisiko in der Praxis zu vermindern. Beispielsweise können gesonderte Impfsprechstunden eingerichtet werden. Impftermine sollten so organisiert werden, dass die Patienten und deren Begleitpersonen möglichst keine Wartezeit haben.
  • Bei der Vereinbarung der Impftermine soll darauf hingewiesen werden, dass diese ggf. verschoben werden müssen, falls der Patient oder die Begleitperson Erkältungssymptome hat.
  • Um die Zahl der Impftermine gering zu halten, ist es möglich, mehr als zwei Impfungen an einem Termin zu verabreichen.


Redaktion: Dr. med. Martina Weiß

Quellen:

Ständige Impfkommission beim RKI: Stellungnahme der Ständigen Impfkommission: Durchführung von empfohlenen Schutzimpfungen wahrend der COVID-19-Pandemie
Epid Bull 2020;18:3 –4 | DOI 10.25646/6858

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