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Hantaviruserkrankungen in Deutschland

15.10.2019

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem epidemiologischen Bulletin Nr. 25 vom 20.6.2019 bekannt gab, traten im Frühsommer 2019 hohe Fallzahlen bezüglich Hantaviruserkrankungen in Deutschland auf.

In Deutschland sind für Hantaviruserkrankungen beim Menschen das im Süden und Westen bei der Rötelmaus vorkommende Puumalavirus und das im Norden bei der Brandmaus vorkommende Dobrava-Belgrad-Virus verantwortlich. Die Viren werden von infizierten Tieren über Kot, Urin und Speichel ausgeschieden. 

Fünf bis 60 Tage, meist 2-4 Wochen, nach einer aerogenen oder alimentären Exposition, können diese Viren beim Menschen hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, im weiteren Verlauf auch gastrointestinale Symptome, auslösen. Charakteristisch ist eine Beteiligung der Nieren, welche ohne Beeinträchtigung des Patienten ablaufen kann, in schweren Fällen aber auch in Form eines dialysepflichtigen, akuten Nierenversagens auftreten kann: hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (HFRS), wobei echte hämorrhagische Verläufe bei Infektionen mit den in Deutschland vorkommenden Virustypen sehr selten sind.

Das gemeinsame Auftreten mehrerer der folgenden Symptome kann auf eine mögliche Hantavirus-Erkrankung (HFRS) hinweisen:

  • akuter Krankheitsbeginn mit Fieber > 38,5°C
  • Rücken- und/oder Kopf- und/oder Abdominalschmerz
  • Proteinurie und/oder Hämaturie
  • Serumkreatinin-Erhöhung
  • Thrombozytopenie
  • Oligurie beziehungsweise nachfolgend Polyurie

Seit Ende des Vorjahres ist die Inzidenz der Hantaviruserkrankung in den bekannten Puumalavirus-Endemiegebieten kontinuierlich und stark angestiegen. Vom 1.1.2019 bis 15.06.2019 wurden 589 Erkrankungsfälle an das RKI übermittelt. Ein großer Teil der Hantavirus-Infektionen verläuft asymptomatisch bzw. mit unspezifischen Symptomen, so dass häufig keine diagnostische Abklärung veranlasst wird. Der Erkrankungsgipfel liegt im Mai oder Juni. Die jährlichen Meldezahlen für die Hantaviruserkrankungen schwanken regelmäßig sehr stark, dies wird auf Schwankungen der Population und Durchseuchung der Rötelmaus zurückgeführt.

Zurzeit stehen weder ein zugelassener Impfstoff noch eine spezifische Therapie zur Verfügung. Die Therapie erfolgt nur symptomatisch.


Bei Verdacht auf eine Infektion kann ein serologischer Nachweis der IgM- und IgG-Antikörper mittels Immunoblot erfolgen. Hierzu benötigen wir Serum.


Weitere Informationen finden Sie unter folgenden Links:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/18_19.pdf;jsessionid=A3DF3D0DC093DE69AEB74E82A79F825F.1_cid390?__blob=publicationFile

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Hantaviren.html#doc2397634bodyText12

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