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Impfquoten: Schuleingangsuntersuchung in Deutschland

01.09.2019

Das Robert Koch-Institut berichtete im epidemiologischen Bulletin 18/2019 über die Impfquoten, welche im Rahmen der jährlichen Schuleingangsuntersuchungen 2017 erhoben wurden.

Die Quoten der lange etablierten Kinder-Standardimpfungen liegen weiterhin auf hohem Niveau, sind in den letzten drei Jahren jedoch leicht und kontinuierlich gesunken. Alle Bundesländer erreichen eine Impfquote von mindestens 95 % für die erste Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Dennoch besteht noch immer Verbesserungsbedarf hinsichtlich der zweiten Impfung. Die Impfquoten der in den letzten 15 Jahren eingeführten Impfungen sind insgesamt gestiegen, erreichen aber noch kein zufriedenstellendes Niveau.

Seit dem Jahr 2001 werden auf der Basis des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) Daten zum Impfstatus der Bevölkerung in allen Bundesländern regelmäßig bei Kindern zum Schulstart erhoben und an das Robert Koch-Institut übermittelt.

Der Anteil der in den Schuleingangsuntersuchungen untersuchten Kinder mit vorgelegten Impfdokumenten lag im Zeitraum 2008-2015 beständig über 92 % und ist in den Jahren 2016 und 2017 auf knapp unter 92 % gesunken.

Impfung gegen Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Poliomyelitis, Hib und Hepatitis B

Der bei den Schuleingangsuntersuchungen 2017 dokumentierte bundesweite, vollständige Impfschutz gegen Diphtherie betrug 93,6 %, gegen Tetanus 93,8 %, gegen Pertussis 93,2 %, gegen Poliomyelitis 92,9 % und gegen Hib 91,6 %. Nach 2014 kam es zu einem leichten, aber kontinuierlichen Rückgang der Impfquoten um insgesamt rund 2,2 %.

Der bundesweite Anteil von Kindern, bei denen zum Zeitpunkt der Schuleingangsuntersuchung 2017 kein einziger Eintrag einer verabreichten Impfstoffdosis dokumentiert war, betrug bei Diphtherie 1,5 %, bei Tetanus 1,0 %, bei Pertussis 0,3 %, bei Polio 0,6 % und bei Hepatitis B 7,3 %.

Impfung gegen Masern

Die Impfquote für die erste Masernimpfung betrug 2017 bundesweit 97,1 %. Die Impfquote für die zweite Masernimpfung betrug 92,8 %. Die für die Masern-Elimination angestrebte Impfquote von mindestens 95 % für die zweite Impfung wurde bisher nur von Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg erreicht.

Impfung gegen Varizellen

87,3 % der einzuschulenden Kinder des Jahres 2017 hatten die erste Varizellen-Impfung erhalten. Gegenüber dem Vorjahr fand ein Abfall um 0,5 Prozentpunkte statt. Die zweite Varizellen-Impfung hatten 83,7 % der Kinder erhalten. Hier fand ein Abfall um 0,6 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr statt. Bis 2016 waren die Impfquoten kontinuierlich angestiegen.

Impfungen gegen Meningokokken C und gegen Pneumokokken

Beide Impfungen werden seit 2006 von der STIKO empfohlen. Im Jahr 2017 wurde bei der Impfung gegen Meningokokken C eine durchschnittliche Impfquote von 89,5 % ermittelt, bei der Impfung gegen Pneumokokken lag die Impfquote bei 83,8 %.

Der anhand der Impfdokumente ermittelte Impfstatus bei Kindern zum Zeitpunkt des Schuleintritts zeigt bei den in den letzten 15 Jahren eingeführten Impfungen insgesamt steigende Impfquoten. Sie liegen jedoch auf Bundesebene alle unter 90 %, in einigen Bundesländern sogar deutlich unter 80 %. Die Impfquoten der lange etablierten Impfungen liegen in den letzten zehn Jahren mit über 90 % auf hohem Niveau. Allerdings ist nun bereits im dritten Jahr in Folge ein Rückgang der Impfquoten bei Diphtherie, Tetanus, Pertussis, Hib, Poliomyelitis und Hepatitis B zu verzeichnen. Während die Masern-Impfquoten zu Beginn der letzten 10 Jahre vor allem hinsichtlich der zweiten Impfung deutlich angestiegen sind, stagnieren sie in den letzten beiden Jahren für beide Impfstoffdosen. Um die Elimination der Masern in Deutschland weiter voranzutreiben, muss die Impfquote bei der zweiten Masern-Impfung weiter erhöht werden. Ziel ist hier - entsprechend dem nationalen Aktionsplan zur Elimination der Masern und Röteln - das Erreichen einer Impfquote von mindestens 95 % mit zwei Dosen in allen Bundesländern.

Die auf der Basis der vorgelegten Impfausweise berechneten Impfquoten stellen vermutlich eine leichte Überschätzung der erzielten Impfquoten dar. Würde man hierbei alle Kinder ohne vorgelegten Impfpass als ungeimpft ansehen, ergäbe sich z. B. hinsichtlich der 2-maligen Masernimpfung zum Schuleingang eine Impfquote von 81,4 %. Daten zum Impfstatus von Kindern ohne Impfausweis liegen jedoch nicht bundesweit vor.

Die Schuleingangsuntersuchungen stellen trotz der bestehenden Limitationen eine wichtige Datenquelle für die Ermittlung des Impfstatus dar, lassen regionale Vergleiche zu und zeigen Entwicklungen der Impfquoten über die Zeit.

Weitere Informationen finden Sie im epidemiologischen Bulletin Nr. 18 vom 2. Mai 2019:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/18_19.pdf;jsessionid=A3DF3D0DC093DE69AEB74E82A79F825F.1_cid390?__blob=publicationFile

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