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Hitzewelle: unerwünschte Nebenwirkungen bei Arzneimitteln

06.08.2019

Die deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) hat eine Liste von Medikamenten zusammengestellt, die unter Hitzeexposition unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen können.

Als Folge des Klimawandels treten in Deutschland seit etwa der Jahrtausendwende Hitzewellen in einer ungewöhnlichen Häufigkeit auf. Starke und / oder längere Hitzewellen führen dabei regelmäßig zu einer erhöhten Mortalität, besonders in den älteren Altersgruppen.

Der Sommer 2018 war der zweitheißeste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881. Das Robert-Koch-Institut hat Daten zur Hitzewelle 2018 aus Hessen und Berlin ausgewertet. In Hessen wird die Anzahl hitzebedingter Sterbefälle im Sommer 2018 auf etwa 740 geschätzt, in Berlin auf etwa 490. Insgesamt betrug die hitzebedingte Mortalität des Sommers 2018 in Berlin und Hessen etwa 12/100.000 Einwohner. In den Altersgruppen der 75- bis 84-jährigen betrug sie etwa 60/100.000 und bei den über 84-Jährigen etwa 300/100.000 Einwohner. Im Zeitraum 2001 – 2018 hatten die Sommer 2006 und 2018 in Berlin die stärksten Auswirkungen, in Hessen waren dies die Jahre 2003 und 2018.

Eine ausführliche Analyse findet sich im epidemiologischen Bulletin 23/2019:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2019/Ausgaben/23_19.pdf;jsessionid=BEC6E61853B1DDDA11A0F4B352743E80.2_cid390?__blob=publicationFile


Die deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) hat eine Liste von Medikamenten zusammengestellt, die unter Hitzeexposition unerwünschte Nebenwirkungen hervorrufen können und die Ärzte hinsichtlich einer Dosisanpassung beobachten sollen. Beispiele hierfür sind:

  • Erhöhte Körpertemperatur unter Neuroleptika, Anticholinergika und Antidepressiva
  • Hemmung der zentralen Thermoregulation, z. B. unter Neuroleptika und SSRI
  • Verringertes Durstgefühl, z. B. unter ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonisten (Sartane), Neuroleptika, Carbamazepin, Parkinsonmittel
  • Verringertes Schwitzen bei Medikamenten mit Anti-Muscarin-Effekten, z. B. Alimenazin, Chlorpromazin, Amitriptylin, Hyoscin, Topiramat
  • Dehydratation oder Elektrolytimbalance durch Abführmittel, Diuretika und ACE-Hemmer/ Angiotensin II-Rezeptor-Antagonisten (Sartane)
  • Verringerte Herzleistung, z. B. durch Beta-Blocker; die Medikamente können die Hitzeadaptation mit einem erforderlichen erhöhten Herzzeitvolumen beeinträchtigen
  • Erhöhte Toxizität, z. B. von Fentanyl-Pflastern, da direkte Hitzeexposition zu einer verstärkten Wirkstofffreisetzung aus transdermalen Systemen führen kann. Außerdem kann Dehydratation zur Konzentrationserhöhung und Überdosierung von Medikamenten im Körper führen, z. B. bei Lithium.

Die vollständige Liste kann unter folgendem Link abgerufen werden:

https://www.klimawandel-gesundheit.de/wp-content/uploads/2019/06/Hintergrund-HITZE.pdf


Auch das niedersächsische Landesgesundheitsamt hat ein Merkblatt zum Thema Medikamenteneinnahme und Hitze herausgegeben, in welchem Medikamente aufgelistet sind, die die Mechanismen des Körpers zur Hitzeadaptation ungünstig beeinflussen:

https://www.nlga.niedersachsen.de/download/12181

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