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Lymeborreliose: Aktualisierte Fassung des RKI-Ratgebers

14.05.2019

In der Ausgabe des epidemiologischen Bulletins vom 25.04.2019 veröffentlichte das Robert Koch Institut eine aktualisierte Fassung des Ratgebers Lymeborreliose. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen.

In der Ausgabe des epidemiologischen Bulletins vom 25.04.2019 veröffentlichte das Robert Koch Institut eine aktualisierte Fassung des Ratgebers Lymeborreliose.

Die Lymeborreliose ist in der nördlichen Hemisphäre (Nordamerika, Europa und Asien) verbreitet. Sie ist in Europa die mit Abstand häufigste durch Zecken übertragene Krankheit. Es ist von einer Infektionsgefährdung in allen Teilen Deutschlands auszugehen.

Das Infektionsrisiko hängt von den Witterungsbedingungen ab. Die Übertragung erfolgt durch die Schildzecke Ixodes ricinus, welche ab einer Temperatur von etwa 6 Grad aktiv ist. Das Erythema migrans tritt gehäuft im Juni und Juli auf, Neuroborreliose im Juli und August, die Lymearthritis wird ganzjährig diagnostiziert.

Symptome:

Erythema migrans: Die Inkubationszeit beträgt 3 bis 30 Tage (Median 7 bis 10 Tage). Das Erythem tritt in den meisten Fällen als typische solitäre Form auf und ist dann ein randbetontes, nicht erhabenes Erythem mit mindestens 5 cm Durchmesser. Es breitet sich zunehmend zentrifugal aus. Es besteht ein symptomfreies Intervall von 3 Tagen zwischen Zeckenstich und dem Beginn des Exanthems. Es gibt jedoch auch atypische Verlaufsformen des Erythema migrans, bei der eine starke Variabilität des Erscheinungsbildes auftritt.

Neuroborreliose: Die meisten der neurologischen Fälle manifestieren sich als frühe Neuroborreliose, bei der die Symptomatik wenige Wochen bis einige Monate nach dem Zeckenstich auftritt. Hierbei zeigt sich eine meist nachts betonte, brennend schmerzhafte Meningoradikulitis einzelner spinaler Nerven, häufig in Verbindung mit einer ein- oder beidseitigen Fazialisparese.

In sehr seltenen Fällen zeigt sich eine späte Neuroborreliose, wobei sich die neurologische Symptomatik schleichend über Monate bis Jahre entwickelt.
Sie verläuft typischerweise als Enzephalomyelitis mit spastisch-ataktischer Gangstörung und Blasenstörung.

Lymearthritis: Hierbei handelt es sich um eine schubweise oder chronisch verlaufende mono- oder oligoartikuläre Arthritis. Am häufigsten sind die Kniegelenke betroffen, seltener andere große Gelenke.

Labordiagnostik:

Bei Verdacht auf eine Lymeborreliose ist der Nachweis borrelienspezifischer Antikörper im Serum und ggf. auch im Liquor ein entscheidender Baustein für die Diagnosefindung. Die Serodiagnostik erfolgt nach dem Prinzip der Stufendiagnostik: Zunächst erfolgt der Antikörperkörpernachweis mittels Enzyme linked Immunoassay (EIA), fällt dieser positiv oder grenzwertig aus, folgt ein Immunoblot. Dieser wird ärztlich ausgewertet und befundet.

Therapie:

Antibiotika der Wahl sind Doxycyclin oder Amoxicillin. Therapiealternativen sind Cefuroximaxetil oder Azithromycin. Zur intravenösen Therapie werden Ceftriaxon, Cefotaxim oder Penicillin G eingesetzt. Die empfohlene Therapiedauer hängt ab von Art, Dauer und Schwere der Manifestationen sowie dem eingesetzten Antibiotikum und beträgt zwischen 10 und 30 Tagen.  Für weitere Informationen wird auf die Leitlinien für kutane Lymeborreliose und für Neuroborreliose verwiesen.

Eine Antibiotikagabe zur Verhinderung der Lymeborreliose nach einem Zeckenstich wird nicht empfohlen.

Da kein Impfstoff zur Verfügung steht, sind präventive Maßnahmen besonders wichtig.


Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_LymeBorreliose.html

LABOR DR. RIEGEL

Das inhabergeführte Labor Dr. Riegel bietet seit 1982 ein umfassendes diagnostisches Leistungsspektrum für Einsender aus Praxen und Kliniken an. Das Labor in Wiesbaden steht für moderne Labordiagnostik, fachliche Kompetenz und ein hohes Maß an Serviceorientierung.

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